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Cox und El Salvador unterzeichnen Absichtserklärung über 2,9 Milliarden US-Dollar: Schwerpunkt Erdgas, dazu Speicher, Solar und Wasser

hace 5 días
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Foto: Secretaria de Prensa de El Salvador
Foto: Secretaria de Prensa de El Salvador
Der spanische Infrastrukturkonzern Cox und die Regierung El Salvadors haben am 13. Oktober 2026 eine Absichtserklärung über Investitionen von 2,9 Milliarden US-Dollar in Energie- und Wasserinfrastruktur unterzeichnet. Präsident Nayib Bukele nannte das Programm die größte private Investition in der Geschichte des Landes und setzte es mit rund 7 Prozent der Wirtschaftsleistung gleich.

Präsident Nayib Bukele und Cox-Gründer Enrique Riquelme unterzeichneten das Memorandum in der Casa Presidencial. An der Zeremonie nahmen unter anderem die spanische Botschafterin sowie Mitglieder des salvadorianischen Kabinetts teil. Cox ist nach Angaben von EFE in mehr als 30 Ländern aktiv und auf Wasser- und Energieinfrastruktur spezialisiert. Riquelme erklärte, El Salvador solle sich künftig zu einem regionalen Zentrum für den Import und die Verteilung von Erdgas entwickeln.


Nach der von Bukele vorgestellten Aufteilung verteilt sich das Programm auf vier Bereiche:


  • Erdgasinfrastruktur: 1,8 Mrd. US-Dollar (rund 62 %). Vorgesehen sind Stromerzeugung mit 380 MW und die laut Bukele erste landgestützte Gasanlage des Landes, über die Gas auch exportiert werden kann.

  • Wasser: 600 Mio. US-Dollar (21 %). Ein Plan zur Verbesserung des Wassermanagements; Bukele sprach von der größten Investition in die Trinkwasserversorgung der Landesgeschichte.

  • Batteriespeicher: 300 Mio. US-Dollar (10 %). Sie sollen Strom aus Solaranlagen speichern, anfangs mit 440 MW und ausbaufähig auf bis zu 1 GW.

  • Solaranlagen: 200 Mio. US-Dollar (7 %).


Bukele erwartet, dass die neue Kapazität die Abhängigkeit von Brennstoffen wie Bunkeröl senkt und die Stromkosten für Haushalte verringert. Außerdem verwies er darauf, dass Unternehmen für Ansiedlungen gesicherte Energie- und Wasserversorgung benötigen. Für Unternehmen mit ESG-Vorgaben ist die Gewichtung relevant: Rund 62 Prozent des Volumens entfallen auf Erdgas, rund 17 Prozent auf Speicher und Solar.


Einordnung: Drei Vorhaben, drei Entwicklungsstadien

Nach Diario El Salvador übersteigt das Cox-Volumen die bisher größten privaten Vorhaben: Energía del Pacífico (rund 1,15 Mrd. US-Dollar) und YILPORT (rund 1,6 Mrd.). Sie unterscheiden sich im Stand der Umsetzung deutlich:

  • Energía del Pacífico (Acajutla): LNG-Kraftwerk mit rund 380 MW, seit Mai 2022 in Betrieb. Europa war wesentlich beteiligt: Die deutsche KfW IPEX-Bank finanzierte gemeinsam mit Finnish Export Credit und Finnvera eine Tranche von 142 Mio. US-Dollar, die Kraftwerkstechnik lieferte die finnische Wärtsilä.

  • YILPORT (Häfen Acajutla und La Unión): Der türkische Konzern betreibt die Häfen seit dem 16. Dezember 2024 gemeinsam mit der Hafenbehörde CEPA und hat Investitionen von 1,615 Mrd. US-Dollar in mehreren Phasen zugesagt.

  • Cox: Absichtserklärung, Umsetzung offen.


Was das für deutsche Unternehmen bedeutet

Die Schwerpunkte Energieinfrastruktur, Speicher, Wassertechnik und Engineering decken sich mit Stärkefeldern deutscher Anbieter. Konkrete Beschaffungen oder Vergabekanäle sind bislang nicht bekannt. Beobachtungswürdig sind drei Punkte: wer als Generalunternehmer und Lieferant beauftragt wird, wie das Programm finanziert wird und wie sich die Wasserprojekte zu den laufenden internationalen Ausschreibungen der Wasserbehörde ANDA verhalten, über die Kammer Aktuell zuvor berichtet hat. Beim Projekt Energía del Pacífico waren europäische Exportkreditgeber beteiligt; ob das hier der Fall sein wird, ist offen.


Quellen: Secretaria de Prensa de El Salvador, Diario El Salvador (13.10.2026); Infobae (13.10.2026); Prensa Latina; EFE/Forbes Centroamérica; ContraPunto; KfW IPEX-Bank (Pressemitteilung vom 23.12.2019); Diario El Mundo (Unión Portuaria del Pacífico).


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